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"Boulevard der Dämmerung" - Adé, Erfolg und Glamour!

 


   Je weiter oben man sich befindet, desto tiefer und schmerzhafter fällt man - das ist längst bekannt.
     Manche rappeln sich wieder auf, wischen sich das Blut von der Stirn und blicken vom Fuße des Olymp in dessen Höhen, ehrfürchtig und ihrem Schicksal ergeben.
   Andere begeben sich selbst langsam nach unten, freiwillig, als treue Diener einer neuen Ordnung, bereit, die alte für immer zu vergessen, um ja nicht unterzugehen.
   Doch die wahrhaftig Großen merken ihren Fall gar nicht - sie treten direkt in Luftschlösser, wunderschön und episch, gebaut aus dem, was sie jahrelang verzehrten, zusammengehalten von den Gefallenen, die jene als Tempel ihrer ganz eigenen Religion ansehen und geschont von den Heruntergestiegenen, die wissen, dass sie jene Größe - und sei sie nun noch so illusorisch - niemals wieder erreichen werden.

   Sie sind, es die den Geist der alten Tage in sich tragen, die die Vergangenheit ein- und ausatmen, wo sie sich nur befinden. Sie sind es, die nur das Ewige sehen und sich nicht einmal bewusst sind, dass sie die einzigen sind, de ihre Augen noch auf jenes gerichtet haben. Sie sind es, die niemals ihre traurigen und längst weggeräumten Leichen sehen werden - denn ihre Geister sind schon lange in einem Paradies, das von unnachgiebigen Dienern bewacht wird und welches von keiner Wahrheit zerstört werden kann, denn Wahrheit ist hier schon lange kein objektiver Begriff mehr.

 

 

   Denn es ist nicht das übliche Götzenbild, welches hier den lebensnotwendigen Sauerstoff darstellt - nicht Geld, diese erbärmlichen Scheinchen, die so selbstverständlich wie unwichtig sind, oh nein: Etwas viel, viel Größeres und Wichtigeres.
   Es ist der unendlich herrliche Ruhm, das Gefühl, unsterblich zu sein, der heilige, unantastbare Fame, der mehr wert ist als alles Materielle auf der Welt, denn er bedeutet weitaus mehr - er bedeutet Liebe, unbegrenzte, niemals endende Liebe.

   Und wenn am Ende die so lang vermissten Kameras wieder laufen und Menschen, unzählige Menschen gespannt, verwundert, aufmerksam, fasziniert auf einen schauen, wenn die Wärme ihrer Blicke das Herz erfüllt und es in ungeahnte Höhen hochschellen lässt, wenn man weiß, dass man diesen einen Augenblick für sich alleine besitzt und ahnt, dass er für alle Ewigkeiten einzig und alleine der eigene bleiben wird, dann wird diese Straße der unbemerkt verlorenen Hoffnung, dieses Boulevard der nie losgelassenen Trugbilder, die am Ende stärker als jede Realität, wieder von Lichtrahlen durchflutet und erleuchtet, dass man es in tausend Universen sehen kann.

   Denn dann, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist nicht bloß ein Stern am Firmament erschienen, oh nein - die Sonne höchstpersönlich ist wieder aufgetaucht.
   Und auch wenn sie mittlerweile nur noch für sich selbst und vielleicht noch einen, zwei Auserwählte scheint - dieser Augenblick ist von einer Größe, wie sie vielleicht nie wieder erreicht wird.

 

 


 

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