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"Solaris" - Ein Spiegel für das Gewissen

 

 

Mit beiden Füßen auf dem Boden stehend
blicken wir, mit Ehrfurcht erfüllt,
gen Himmel. Schauen in die Unendlichkeit,
in Welten, die wir zu erfassen niemals fähig sind.
Das wissen wir. Zumindestens
Sagen wir das, wenn man uns fragt,
ganz bescheiden und
mit beiden Füßen auf dem Boden.

Das währt nicht lange - bald schon
erheben sich unsere Füße
erheben sich unsere Blicke und
unsere Gedanken verlassen unsere Welt,
auf der Suche nach neuen
in denen wir nach etwas suchen, was
uns womöglich gar nicht bewusst ist.
Brechen auf in jahrelange Reisen, denn Zeit,
Zeit ist nichts, verglichen mit den Rufen
den lockenden Rufen der Ferne.
Die - womöglich! - nur das Rauschen
des Bluts in unseren Ohren.

Und am Ende unserer Reise, wenn wir
vom Boden losgelöst, von unseren
Wurzeln getrennt, Angesicht zu Angesicht
mit etwas Unverständlichem, Ungreifbaren
stehen, oder vielmehr: Schweben.
Wenn wir das längst Vergangene hinter uns gelassen,
verschwiegen,
verdrängt
oder einfach nur vergessen haben,
dann merken wir plötzlich, dass wir
in unserer Begeisterung die ganze Zeit
im Kreis gelaufen sind.

So finden wir
dort, wo wir Glück vielleicht, vielleicht auch nur Erfahrung
vermutet haben,
nur uns're eigene Gedankenwelt.
und spüren jene Wurzeln, die
wir glaubten, abgesägt zu haben.
So treffen wir
in unserer Suche nach fremden Wesen
nur unser eigenes Gewissen
Und merken erst, dass jenes
der einzige Fremde ist, bei dem es
sich wirklich lohnt, ihn näher kennenzulernen.

Nein, Menschen brauchen wahrlich keine neuen Welten,
das, was sie brauchen, ist ein Spiegel,
von dem die Augen abzuwenden
- unmöglich.

 

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