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Ode an die Schule

Ode an die Schule


Still und leis´ der Hof am Morgen,
Frisch und kühl des Windes Hauch.
Hinter Wänden Angst und Sorgen,
An der Luft des Geistes Rauch.

Fenster warm von kochend´ Hirnen,
Doch die freie Luft bleibt kalt,
Wenn der Hauch der s´Wissens Dirnen
Durch grau Gläser mich ereilt.

Groß und klein, zufrieden, sauer,
Glücklich, traurig, bös´ und gut.
Alles fängt der Schule Mauer.
Nährt sich an des Lebens Glut.

Frei des Vogels kurzes Leben
Zwischen kalten Wänden fliegt-
Alles nehmen, doch nichts geben
Ist die Taktik, die hier siegt.

Frei des Menschen lang´ Verweilen,
Doch er selbst die Knechtschaft schafft,
Dass die armen Kinder teilen
Voller Missmut ihre Haft.

Salzig sind die jungen Tränen,
Die auf Tischen trocknen leis´.
Alle sich nach Freiheit sehnen,
Doch die kriegst du erst als Greis.

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