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Love

LOVE

 

Nicht auszuhalten die Augenblicke
Der ewigen Verzweiflung
Ausgelöst durch Kleinigkeiten
Nichtig aber so unendlich
So unendlich schmerzhaft

Nicht zu erfassen die Momente
Des Glückes
Die Glücksblasen, die immer größer werden
Bis sie zerplatzen
Und eine Leere hinterlassen
Groß genug, um den Schmerz der ganzen Welt
In ihr zu verstauen
Zu versiegeln
Zu bündeln und sich in ihr zu winden
Im eigenen Leide badend

Und dennoch lieben
Lieben, als hätte man nie
Die eigenen Tränen als den Ozean erkannt
Und sich geschworen, sich zu töten
Einmal und für immer
Um nie mehr im Spiegel den unglücklichsten
Menschen auf Erden zu sehen
Zu glauben, man wäre der Unglücklichste

Lieben
Als wären die Hoffnungen nie zu Scherben zerbrochen
Die sich ins Fleisch der Seele
Schnitten wie Messer
Als ob nur zu diese Zwecke erschaffen

Lieben
Als wären die Chancen nie vergeben
Als wäre die Sinnlosigkeit des Ganzen
Gar nicht da
Nicht-existent
Die Hoffnung fressen
Und nie satt werden, denn diese
Hat es nie gegeben

Lieben
Als wäre man es wert, auch geliebt zu werden
Von ihr, als hätte man
Etwas getan, was es wert wäre
Ihre Liebe zu empfangen

Lieben
Als wäre der Schmerz das Leben und man selbst
Ein Masochist
Ohne Rücksicht auf Verluste
Sich an den Stacheln der Abweisung aufspießen
Und irgendwann lächeln
Wie ein Clown, dem man
Die Kehle zerschnitten und den Bauch
Aufgerissen und das Gehirn
An der nächsten Wand verschmiert
Lächeln, als gäbe es nichts anderes
Was man tun könnte
Weil nur das Lächeln den Schmerz zum Vergnügen machen kann

Sich selbst täuschen
Sich Dinge einreden, die nie geschehen
Und nie geschehen werden
Sich Bilder ausmalen, zu schön
Um möglich zu sein, zu eingebildet
Um die eigene Erbärmlichkeit zu erkennen, zu
Lächerlich, armselig, zutiefst traurig und so
Hoffnungslos
Als würde man im Fall hoffen, vor dem Aufprall
Im warmen, weichen Bett aufzuwachen
Aus welchem man sich in die Tiefe gestürzt

Sich einbilden
Die Welt wäre schön und die Liebe
Zum Greifen nahe
Sich einbilden, alle Probleme damit lösen zu können
Alle, die erst dadurch entstanden sind
Sich einbilden, am nächsten Tag in die Welt zu treten und sie
Im Arm halten zu können
Ihr Haar zu streicheln
Ihre Lippen zu küssen
Und ihre Arme auf dem egenen Nacken spüren
Mit ihr zu schlafen
Als wäre sie ein Engel
Und dann zum Dämon geworden

Jedes gesagte oder
Geschriebene Wort deuten
Sich an jeden Satz klammern
Als wäre darin die Antwort auf alle Fragen verborgen
Und nichts finden
Nichts Greifbares, nichts Wahres
Nichts, was sicher ist

Und durch tränenerfüllte Augen sie ansehen
Aus der Ferne
Durch unendliche Weiten hindurch
Sie mit dem Herzen sehen, welches
Zu zerspringen droht, sobald auch nur ihr Name
In den Gedanken auftaucht
Sie zu atmen, wie die Luft, ohne die man
Erstickt und stirbt

Einschlafen, ihre Stimme in den Ohren wiederhallend
Aufwachen, ihr Gesicht vor den Augen
Und ein Ziehen spüren
Tief innendrin
Zu tief, um es entfernen zu können
Und mit einem Gefühl von Erfüllung
Und Traurigkeit
In den Tag zu treten
Mit einem verzweifelten Lächeln auf den Lippen
Die sich so nach den ihren sehnen

Lieben
Als hätte es nie Enttäuschung gegeben
Und als würde es je Erfüllung geben
Hoffen
Als hätte man nie verstanden, dass Hoffnungen
Nur ein leerer Schrei im Vakuum
Weinen
Als würden Tränen etwas nützen, als würde
Das Salz den Hunger stillen
Nach ihr

Sie sehen, mit ihr reden
Und der glücklichste Mensch auf Erden zu sein
In einer Illusion gefangen, aus der
Man nie entfliehen möchte, die
Gar ein Zuhause geworden ist
Für die verzweiflete, einsame Seele

Sie sehen und von ihr übersehen werden, oder gar
Ignoriert werden - wer weiß es schon?
Und plötzlich verharren
Mitten in den Sonnenstrahlen
Als wäre die Wärme von der Welt gewichen
Und mit den Tränen kämpfen
Und dem Rest der Welt das Lächeln zeigen
Hinter welchem sich
Die pure Traurigkeit verbirgt

Lieben
Als gäbe es sonst nichts auf der Welt
Nichts und niemanden
Außer ihr
Der man jeden Atemzug widmen möchte
Auch den letzten
 

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